Sachartschenko, Oberhaupt von Donezk, getötet

Gestern ist eine weitere bedeutende Figur des „Russischen Frühlings“ (Analog zum „Arabischen Frühling“) – Alexander Sachartschenko – getötet worden. Russische Medien berichten umgehend von einem (weiteren) Terroranschlag seitens der Ukro-Faschisten und fordern die westliche Welt auf, auf die ukrainische Regierung Druck auszuüben.

Jedoch gibt es große, berechtigte Zweifel daran, dass die gehirnamputierten Ukro-Faschisten zu Operationen solchen Maßstabs in der Lage wären. Einer der wenigen von den pro-russischen Bericht-Erstattern, der solche Zweifel laut ausspricht, ist der im russichsprachigen Youtube populärste Journalist Anatolij Scharij. In diesem Video zählt er ein paar Ungereimtheiten der offiziellen Version auf. Die Kommentare werden sofort von Zombies zugemüllt und Scharij Verrat vorgeworfen. Und das obwohl in den letzten Jahren die gesamte charismatische Kämpfer-Elite der DNR und LNR exikutiert wurde und man lediglich ein paar aktive Gehirnzellen benötigt um stutzig zu werden:

Meine persönliche Meinung

Für mich ist es offensichtlich, dass diese Morde von Moskau, wenn nicht kuriert, dann zumindest toleriert werden. Alle genannten Personen (ausser vielleicht Sachartschenko, den kannte ich nicht so gut) hatten gemeinsam, dass sie selbständig agiert haben und gewisse moralische (zum Teil links/kommunistische) Ideale verfolgten und sich den Gruppierungen der ukrainischen und russischen Oligarchie in irgendeiner Form widersetzten. Sie alle wären gerne weiter Richtung Kiew marschiert und hätten sich gerne aktiver gegen die Ukro-Faschisten an ihren Grenzen widersetzt. Jedoch ist das offensichtlich nicht im Interesse der russischen Oligarchie, die sich mehr um ihr Geld auf den Schweizer und Zypern’schen Konten sorgt (wegen möglichen Sanktionen durch den Westen), als um den Schutz der (pro-)russischen Bevölkerung in der Ukraine. Offensichtlich gab es in den letzten paar Jahren zwischen Moskau und Washington irgendwelche Abmachungen, die über den Interessen der größtenteils pro-russischen Bevölkerung in der Süd- und Ost-Ukraine stehen.

Eine andere Theorie wäre, dass die Getöteten einfach nur der lokalen Oligarchie im Wege standen und Geschäfte mit der ukrainischen Seite behinderten. Dem widerspricht jedoch die Berichterstattung der Kreml-Medien, die immer ausschließlich die Theorie von ukro-faschistischen Anschlägen verbreiten. Das heißt es müssen offensichtlich alles von Moskau aus kurierte/tolerierte Morde gewesen sein und haben daher wohl eher globale, geopolitische als lokale Motive.